Samstag, 21. April 2012

Auszug - Gedichte





Kleiner Einblick in die Gedichte:


Jahreszeitenbetrachtung


Winterzeit ist angekommen, Erde ist mit Tafelweiß gedeckt.

In mir sind erhebend´ Bilder aus der Zeit davor geweckt.

Durch die Sinne schweben duftig bunt gefärbte Sommerwinden.

Wintergärtner möcht´ an trock´ne Ranken Eisfiguren zärtlich binden.

Denk´ an Rosenblüten, Sommerpracht zum Herz beglücken.

Seh´ mich unter´m Fliederstrauch, reich´ die Hand Jasmin und Wicken.

Strauch und Baum bizarr entkleidet, die Bleibe, aus der Vögel sangen.

Sommerwege tief verschneit, wecken ausgelassenes Verlangen.

Schwestern dieser weißen Zeit sind mir in´s Vergessen nicht geraten.

Jahreszeiten ehren sich einander, sind im Wechsel gleiche Paten.

So ist jeder Herbst in allen Jahren Pforte für die weiße Zeit.

Winter deckt das Leben zu, das im Erdschoß liegt bereit.

Frühling, Sommer sagen Dank, spenden üppig neues Leben.

Verneig´ mich vor dem Zeitenlauf, für das Geben, für das Nehmen.

Gönn´ jetzt Ruhe mir, möcht´die Jahreszeiten in Verneigung ehren,

Kraft aus allen Zeiten neu zu schöpfen, ist mein inniges Begehren.

------------------

Verneigung

Bei Tag und Nacht möcht´ich in deinen Augen lesen, ob es dir gut geht, du geliebtes Wesen?

Nicht immer bin ich sicher, jedoch, ich habe Angst zu fragen, mein Herz ist zugedeckt noch vor den Schattentagen, in denen oft um deiner Seele Wohl ich bangte.

Es steht noch vor mir, wie ich litt und schwankte. Im Traum so manches Bild mich schreckte, das meiner Augen Tränen weckte. Geliebtes Antlitz, möcht´ dein Lachen seh´n, als Hort der Liebe Kraft an deiner Seite geh´n! Glaub´ mir, es ist mein tiefster Sinn, ich will dich tragen, in hellen und getrübten Tagen. Du - mein geliebtes Glück, auf das ich meine Zukunft bau´ - MEIN BESTER

FREUND - GELIEBTE FRAU.

--------------------

Rückblick

Reisewege sind an mir vorbeigezogen, wurde dabei in den Tagen auch gemessen und gewogen. Manchmal für zu klein, oder als zu leicht befunden, leckte in den Nächten meine Siege, meine Wunden. Mochte in den Jahren leichtes Leben nur begehren, wollt´ mein Tun nicht prüfen, nicht verwerfen, mich nicht wehren. Nahm es einfach, wie´s vom Himmel, aus der Erde kam, Zeit, in der ich Liebe, Übermut wie Untreu´ als das Leben nahm - glaubte, ich sei Herrscher - begriff nicht - war ein Untertan.

Nun ist Kraft geschwunden - Geist gereift, Zeit gekommen, wo die Ewigkeit schon gereift. Nehm´ den Anlaß, zu begreifen meine Ehrentage, trenn´ die Nebel, was war edel, was war Plage. Mich bedrängtt´s nun, möcht´ dem jungen Blut heut´ sagen, sinnvoll leben, ist in Ehren Geist befragen. Möcht´ so manches Tal dem Kinde ersparen, Wege, die im Rückblick meine Schmerzen waren.

Ist vergeb´ne Müh´ gewesen, dies in jungen Geist zu pflanzen, Jugend will, wie es auch kommt, meinen Tanz noch einmal tanzen. Sei´s wie´s ist - Jugend muss wohl bis zur Schwelle selber stöhnen, ihnen Tiefen zu ersparen, hieße meine Zeit und das Leben zu verhöhnen!

------------------

Er trägt mich - der kleine Vogel

Hallo - kleiner Freund, der täglich bei meiner Seele vorbeischaut, hallo - kleiner Freund, der neben meinem Fenster seine Bleibe baut.

Hallo - kleiner Freund, stellst innig mir deine Kinder vor, du - kleiner Freund, dem Treue und meine Liebe ich schwor.

Du - kleiner Freund, zwischen Himmel und Erde mit zierlichen Schwingen, Verneigung - kleiner Freund, wie können die Kleinen, Zarten Weltumseglung vollbringen? Verneigung - kleiner Freund, du fliegst Wege, die nicht der Adler, dem Kondor gelingen!

Hallo - kleiner Freund, hab´ Dank, trägst mich in all meinen Tagen, hallo - kleiner Vogel, mag vom Herzen über dich erhebend Phantastisches sagen. Hallo - kleiner Vogel, weiß nicht, wie wär´s, hört´ ich nicht deinen zärtlichen Ruf, hallo - kleiner Vogel, mir fehlte die Stimme, die Glück und Erbauung schuf! Hallo - kleiner Freund, ich lehn´ mich an dich in der Morgensonne, hallo - kleiner Freund, lehrst mich begreifen Kraft wie Schönheit, lieb´dich in Wonne!

------------------

Über den Rand der menschlichen Seele geschaut

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was einer wie du zur Zeit in seinem Leben gemacht? War dir schon einmal die Dimension bewußt, warum arme Völker mit 50 sterben? Bewegten dich je Bilder, in denen hungrige Kinder zu Dieben und Gewalttätern werden?

Weißt du wirklich, was du meinst, wenn du sagst, es ginge dir schlecht? Kennst du das Befinden derer, denen vorenthalten und genommen das Recht? Bist du schon einmal aus deinem "Ich" gestiegen, um zu überlegen, was es brächte, könnten viele sich kennen, vielleicht sogar lieben? Rührte es dich je, dass anderswo Neugeborene verbleiben nur Stunden auf Erden? Treibt´s dir die Tränen, wenn du vernimmst, dass Menschen willkürlich gefoltert und getötet werden? War dir schon einmal bewusst, als du satt gewesen, dass in dieser Sekunde wegen Hungers einer sein Leben aufgab? Gingst du je dem Gedanken nach, dass die Erde für dich und für ihn satt zu essen hat?

Ist dieser Scham überkommen, als du deine Chance negiertest, dem anderen Hoffnung zu geben? War es dir eine Würde nicht wert, zu kämpfen für ein anderes bedrohtes Leben? Ist dir ´mal in den Sinn gekommen, das Leben hätte dich auf der Erde farbig ankommen lassen? Es würde der, der nicht aussieht wie du, dich trotz deiner Freundlichkeit hassen? Bedenke, wie ginge es dir, hätte dich eine arme Mutter geboren? Es würde sein, du hättest dadurch wie ein armer Bekannter Mut und Vertrauen zu dir selbst verloren? Stell dir vor, du wärst als Frau auf die Welt gekommen, einer wie du, irgendwer, hätte dich, weil du Frau bist, einfach für sich in Anspruch genommen?

War dir nicht warm um´s Herz, wenn dir in Not Freunde die Hände reichten? Stillte es nicht deinen Schmerz, konntest du dem neben dir deinen Kummer beichten? Hast du dagegen versucht, den zu verstehen, der in Erniedrigung glaubte, er sei kein Mann, nur weil er, auf der Straße gedemütigt, sich gegen eine Übermacht nicht wehren kann? Komm zur Erkenntnis - dein Erdkreis sich unwiderruflich nur durch Verschränken der Herzen und Hände erhält, musst begreifen, genetisch bestimmt sind deine wie meine Urahnen gleich, seit Bestehen der Welt! Uns ist geboten - der Mensch hat den Auftrag vom Leben, zum Denker, zum Behüter zu werden, so ist jeder von uns bestellt,
Anwalt uns´rer Schöpfung zu sein auf Erden! Glücklich geboren, zum Humanisten gereift, ist uns so vergönnt, am Ende mit

Stolz - ehrbar zu sterben!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen